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Mineralstoffe

Mineralstoffe sind für unseren Körper unverzichtbar! Mineralstoffe sind lebensnotwendige, nichtorganische Nährstoffe, welche der Organismus nicht selbst herstellen kann; sie müssen ihm mit der Nahrung zugeführt werden.

Die hier genannten Stoffe betreffen ausschließlich den menschlichen oder tierischen Organismus; Pflanzen, Pilze und Bakterien benötigen teilweise andere Mineralstoffe. Da die Mineralstoffe nichtorganisch und meist Elemente sind, sind sie, anders als einige Vitamine, gegen die meisten Zubereitungsmethoden unempfindlich.

Calcium

Beschreibung:
In die organische Knochensubstanz des menschlichen Skeletts und in den Zähnen sind ungefähr 99% des Calciumbestandes eingelagert. Die an Phosphationen gebundenen Calciumionen sorgen für die Festigkeit der Knochen. Neugeborene haben ca. 25 - 30 g Calcium, Erwachsene ca. 1 - 1,5 kg Calcium in Knochen und Zähnen gespeichert. Auch im Gewebe und in den Organen befindet sich Calcium. Das Blut transportiert Calciumionen zu den Knochen, aber auch wieder von den Knochen weg. Der sogenannte Calciumturnover (es wird mehr Calcium eingelagert, als abgebaut) sinkt mit zunehmendem Alter. Die hormonell geregelte Ausscheidung von Calcium erfolgt über die Harnausscheidung und Schweißabsonderung. Calcium wird im Dünndarm durch die Darmwand resorbiert. Dabei wirken Vitamin D (stärkste Beeinflussung), Eiweißstoffe, Citronensäure und Lactose fördernd.

Die Aufnahme von Calcium wird gehemmt durch:
fettreiche Ernährung
Proteine
übermäßige Kochsalzaufnahme
hohen Kaffeekonsum
übermäßigen Alkoholgenuß
Nikotinkonsum
hohe Phosphatzufuhr (z.B. phosphathaltige Limonaden)

Vorkommen:
Milch, Milchprodukte (Quark, Joghurt, Käse), Eigelb, grünes Gemüse

Wirkung:
Aufbau von Knochen und Zähnen
Beeinflussung der Durchlässigkeit und Stabilität der Zellmembranen
normale Erregbarkeit von Muskeln (Muskelarbeit) und Nerven (Reizübertragung im Nervensystem)
Beeinflussung der Herztätigkeit
Beteiligung an der Blutgerinnung
Anwendung:

Anwendungsgebiete sind:
1. Calciumunterversorgung

Auswirkungen:
starke Krämpfe (= Tetanie)
Knochenerweichung
Knochenentkalkung (Rachitis, Osteomalazie)
2. Osteoporose: Therapie durch Calciumsubstitution

3. Prophylaktische Einnahme bei Sonnenallergie

Säuglinge, Kinder, Jugendliche, Schwangere, Stillende und ältere Menschen (besonders Frauen) haben einen erhöhten Calciumbedarf.

Erklärungen:
Die Calciumkonzentration wird im Blut immer konstant gehalten. Eine Blutuntersuchung kann daher keine Auskunft über die Calciumversorgung liefern. Organische Calciumverbindungen wie z.B. Citrate, Gluconate und Aspartate, werden besser resorbiert als anorganische Calciumsalze wie z.B. Carbonate, Sulfate, Phosphate!

Ursachen für einen Calciummangel:
Alter: Magensaftmangel, Azidosen, Vitamin D-Mangel
Arzneimittel: Glucocorticoide, Antazida, Laxanzien, Tetracycline, Phenytoin
erhöhter Bedarf: Schwangerschaft, Stillzeit, Wachstum, Menopause, sekundäre Überfunktion der Nebenschilddrüsen

Folgen eines Calciummangels:
Skelettdeformierungen (Rachitis, Osteoporose), Wachstumsstörungen, Muskelkrämpfe, Neigung zu Spasmen, Tetanie (= Krampfneigung) und gestörte Blutgerinnung

Besondere Hinweise:
Eine phosphatreiche Nahrung führt zu einer Behinderung der Calciumaufnahme. Dies kann längerfristig zu Osteoporose führen.

Bedarf:
Deckung der empfohlenen Mineralstoffzufuhr für Calcium:
bei >2500 kcal/Tag (Frauen)
bei >3000kcal/Tag (Männer)

Empfehlungen (pro Tag):
<1Jahr: 0,5g
>1<10 Jahre: 0,6 - 0,8 g
>10<15 Jahre: 0,9 - 1,0 g
>15<19 Jahre: 1,2 g
>19<51 Jahre: 0,9 - 1,0 g
>51 Jahre: 0,8 g
Schwangere: 1,2 g
Stillende: 1,3 g

Literatur:
Cornelia A. Schlieper, Grundfragen der Ernährung, 11. Auflage, Verlag Dr. Felix Büchner, Hamburg, 1992
Frank Schulte u. a., Osteoporose II (Ernährung), Schneiderverlag Hohengehren, Baltmannsweiler, 1995


Eisen

Beschreibung:
Eisen ist ein wichtiger Bestandteil des roten Blutfarbstoffes und damit unentbehrlich für den Sauerstofftransport. Eisen wird nur in seiner zweiwertigen Form aufgenommen. Dies geschieht relativ langsam, ebenso wie die Ausscheidung. Eisen ist zwar in den meisten Lebensmitteln enthalten, wird aber unterschiedlich gut verwertet. Sehr gut erfolgt z.B. die Aufnahme des im Fleisch enthaltenen Eisens, sehr schlecht dagegen werden die Eisenspuren im Getreide verwertet. Die Ausscheidung erfolgt über die Galle in den Fäkalien oder auch im Menstruationsblut.

Vorkommen:
Geeignete Lebensmittel zur Eisenbedarfsdeckung sind: Fleisch, Innereien, Vollkornprodukte, Gemüse (z.B. Wirsing), Obst, Hülsenfrüchte. Leber ist ein besonders eisenreiches Lebensmittel.

Wirkung:
Hilft, rote Blutkörperchen zu bilden, die den Körper mit Sauerstoff versorgen. Zu viel Eisen schädigt Organe wie Leber und Herz. Beim Transport im Blut ist es an das Plasmaprotein Transferrin gebunden und im Gewebe wird es als Ferritin gelagert.

Anwendung:
Neugeborene, Kinder und Jugendliche, Schwangere, Stillende, Frauen während der Menstruation und ältere Menschen haben einen erhöhten Eisenbedarf.

Besondere Hinweise:
Vitamin C steigert die Eisenaufnahme, Phosphate hemmen die Aufnahme. Da Eisen am besten aus Fleischprodukten resorbiert wird, sollten Vegetarier darauf achten, viele Vollkornprodukte zu sich zu nehmen, da auch diese viel Eisen enthalten. Bei Überdosierung kommt es zu Verätzungen des Magen-Darm-Traktes.

Bedarf: (pro Tag)
Jugendliche, Erwachsene: 10 - 15 mg
Schwangere, Stillende: ca. 20 - 30 mg

Ursachen für einen Eisenmangel:
Erhöhter Bedarf: Wachstum, Stillzeit, Schwangerschaft, Leistungssport;

Erhöhter Verlust:
Menstruation, Menorhagie (verlängerte Menstruation), okkulte Blutungen im Magen-Darm-Bereich (z.B. Magengeschwüre);

Ernährung:
Proteinmangelernährung, Bulimie, Erbrechen, Eßstörungen;

Arzneimittel:
z.B. Antazida, Nichtsteroidale Antirheumatika

Gestörte Aufnahme:
z.B. durch Schmerzmittel, hoher Konsum von "Schwarzem Tee" und Kaffee;

Erkrankungen:
wie z.B. Magensaftmangel, Gastritis, Sprue.

Folgen eines Eisenmangels:
Appetitlosigkeit, Veränderung der Mundschleimhaut, Blutarmut, erhöhte Infektanfälligkeit, körperliche und geistige Erschöpfung, Haarausfall, rissige Haut, brüchige Nägel, Kälteempfindlichkeit, negative Intelligenzentwicklung, Konzentrations- und Lernschwäche, Verhaltensstörungen, Mundwinkelrhagaden, Wachstumsstörungen.

Literatur:
Cornelia A. Schlieper "Grundfragen der Ernährung" ; Verlag Dr. Felix Büchner
Albert L. Lehninger "Prinzipien der Biochemie" ; Walter de Gruyter Verlag 


Fluor


Beschreibung:
Fluorid wird in Zähnen und Knochen des menschlichen Körpers gespeichert.

Vorkommen:
Besonders reich an Fluorid sind bestimmte schwarze Tees, manche Mineralwässer, Seefische und Vollkornprodukte.

Wirkung:
Fluor vermindert die Löslichkeit des Zahnschmelzes und wirkt der bakteriellen Enzymtätigkeit im Zahnbelag entgegen. So wird die Entstehung von Karies verhindert. Die am Knochenaufbau beteiligten Fluoridionen wirken prophylaktisch gegen Osteoporose.

Anwendung:
Durch Fluorgaben über einen längeren Zeitraum (Tabletten, Zahnpasta, fluoriertes Speisesalz) kann die Kariesanfälligkeit gesenkt werden.

Besondere Hinweise:
Bei einer erhöhten Fluoridzufuhr von 2 - 4 mg kann es zu Fleckenbildungen am Zahnschmelz kommen. Bei höheren Fluoridgaben besteht die Gefahr eines krankhaften Abbaus bzw. eines gestörten Aufbaus des Zahnschmelzes.

Bedarf:
Kinder: ca. 0,25 mg
Erwachsene: ca. 1 mg

Literatur:
Cornelia A. Schlieper "Grundfragen der Ernährung" ; Verlag Dr. Felix Büchner

Jod

Beschreibung:
70 % des im menschlichen Körper gespeicherten Iodids befinden sich in der Schilddrüse. Die Schilddrüse nimmt 40% bis 70% des vollständig aus der Nahrung resorbierten Iodids auf.

Vorkommen:
Iod ist in größeren Mengen in Seefisch (Schellfisch, Seelachs, Scholle, Kabeljau) enthalten. Der Iodgehalt von Innereien, Eiern und Milch ist von der Fütterung der Tiere abhängig.

Wirkung:
Die Hormonbildung in der Schilddrüse ist von der ausreichenden Iodzufuhr abhängig, da dieses Element Bestandteil der beiden Schilddrüsenhormone Thyroxin (Tetraiodthyronin) und Triiodthyronin ist. Ebenso ist Iod ein Baustein für die Regulatoren des Schilddrüsenwachstums.

Anwendung:
Anwendung bei Kropfbildung und Kretinismus (Folgen der Unterproduktion des Schilddrüsenhormons) infolge Iodmangel. Der Jodmangel (BRD besonders im Süden) kann durch Verwendung von iodiertem Kochsalz und iodhaltigen Nahrungsmitteln ausgeglichen werden.

Erläuterungen:
Schon ein altes Stichwort besagt: "Nichts ist so überflüssig, wie ein Kropf." Dies gilt auch in Deutschland. Es gilt zwar als Iodmangelgebiet, da das Spurenelement in Böden und Gesteinen kaum vorkommt, doch kann jeder auf eine ausreichende Iodzufuhr achten. Normalerweise sollten Erwachsene pro Tag etwa 180 bis 200 Mikrogramm (µg = tausendstel Milligramm) Iod zu sich nehmen. Rein theoretisch müßte man pro Tag Unmengen bestimmter Nahrungsmittel aufnehmen, um den Bedarf zu decken. Wer aber etwa zweimal pro Woche Seefisch ißt, wie es die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, deckt seinen Bedarf.
Die Schilddrüse braucht dieses Element, um Ihre Hormone zu produzieren. Sie ist der Motor des Stoffwechsels. Die von ihr produzierten Hormone beeinflussen zum Beispiel Sauerstoffverbrauch und Körpertemperatur. Sind zu viele Hormone produziert worden, so kann es zu einer Überfunktion der Drüse kommen. Auch eine Schilddrüsenunterfunktion ist möglich, wenn zu wenig Hormone hergestellt wurden: Die Stoffwechselstörungen äußern sich zum Beispiel durch Verstopfung, Gewichtszunahme, ständiges Frieren, Schwellungen und trockene Haut.
Besonders empfindlich reagieren Säuglinge und Feten auf eine unzureichende Versorgung. Mittlerweile gibt es in Deutschland aber auch iodhaltige Milchnahrung für Säuglinge. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) propagiert ohnehin eine zusätzliche Iodversorgung für "Risikogruppen" wie Schwangere, stillende Mütter und Jugendliche in der Pubertät.
Wer auf einfache Weise auf seine tägliche Iodration kommen will, kann beim Kochen Iodsalz verwenden. Seit 1990 ist es in Deutschland gestattet, bei der Herstellung von Lebensmittel aller Art Iodsalz zu verwenden.

Besondere Hinweise:
Die Basedowkrankheit (Schilddrüsenüberfunktion) kann kaum ernährungsbedingt durch eine überhöhte Iodzufuhr (> 2000 µg täglich) auftreten.

Der tägliche Bedarf:
Jugendliche, Erwachsene: ca. 200 µg
Schwangere: 230 µg
Stillende: 260 µg

Ursachen eines Iodmangels
Erhöhter Bedarf: Schwangerschaft, Stillzeit, Wachstum;
Ernährung: iodarme Lebensmittel, keine Milch, wenig Seefisch, Lebensmittel mit Nitraten (z.B. Kohlgemüse), hoher Kaffee- und/oder Teekonsum, niedrige Selenzufuhr, hoher Alkoholkonsum, Rauchen.

Folgen eines Iodmangels:
Antriebslosigkeit, Müdigkeit, trockene rauhe Haut und Haare, steigendes Körpergewicht, Kälteintoleranz, Bradykardie (verlangsamte Herztätigkeit), endemischer Kropf (Struma), erhöhte Fehl- u. Totgeburtenrate, erhöhte Säuglingssterblichkeit, gestörte Entwicklung und Reifung, motorische Störungen, Wachstumsstörungen, Skelettdeformationen.

Literatur:
Cornelia A. Schlieper "Grundfragen der Ernährung" ; Verlag Dr. Felix Büchner


Kalium


Beschreibung/Wirkung:
Über 98% ist im Zellinneren lokalisiert und ist von vitaler Bedeutung. Kalium ist an der Aktivierung vieler Enzyme, der Aufrechterhaltung des osmotischen Druckes und der Herstellung von Eiweiß beteiligt. Wichtig ist das perfekte Zusammenspiel mit dem Element Natrium. Kalium beeinflußt zusammen mit Natrium die normale Erregbarkeit der Nerven und Muskeln. Die Herztätigkeit ist hauptsächlich von Kalium abhängig. Es hat regulatorische Funktion bei den energieliefernden Vorgängen in den Zellen. Die Ausscheidung überflüssigen Kaliums wird durch Hormone der Nebennierenrinde und des Hypophysenhinterlappens reguliert.

Vorkommen:
Eine vollwertige Ernährung sichert die ausreichende Aufnahme von Kalium.
Kalium kommt in folgenden Lebensmitteln vor:
Trockenfrüchte, Bananen, Gemüse, Petersilie, Nüsse, Obst, getrocknete Pilze, Weizenkleie, Bierhefe.

Anwendung:
Bei auftretendem Kaliummangel sollte auf kaliumreiche Ernährung geachtet werden. Zusätzlich können Kaliumpräparate eingenommen werden.
Kaliummangel hat sehr gefährliche Auswirkungen. Er kann durch den Mißbrauch bestimmter Medikamente (z. B. Abführmittel) bewirkt werden. Abführmittel entziehen dem Körper Kalium und bewirken so eine Erschlaffung des Darms. Abführmittel sollten daher durch ballaststoffreiche Nahrungsmittel ersetzt werden. Auch bei einer überhöhten Kochsalzaufnahme nimmt die Kaliumausscheidung zu. Ebenso führen Magersucht, Hungerkuren, einseitige, kaliumarme Ernährung, sportliche Betätigung und eine erhöhte Schweißabsonderung, sowie Stress, Erkrankungen (Magersucht, Nierenfunktionsstörungen, Erbrechen, Durchfall, etc.) oder auch Arzneimittel (z.B. Hormone, Abführmittel, Cortison-Präparate) zu einem Kaliummangel.

Symptome bei Kaliummangel:
Muskelschwäche, Muskellähmung, verminderte Sehnen- und Skelettmuskulatur-Reflexe, Übelkeit, Erbrechen, Abgeschlagenheit, Apathie, Blähsucht, verzögerte Magenentleerung, Herzmuskelschwäche, Herzrhythmusstörungen, Herzvergrößerung, Beschleunigung der Herzfrequenz auf über 100 pro Minute, Appetitlosigkeit, Verdauungsstörungen (Verstopfung), Atemnot, Blausucht.

Bedarf:
Deckung der empfohlenen Mineralstoffzufuhr für Kalium:
0 – 4 Monate: 400 mg / Tag
4 – 12 Monate: 650 mg / Tag
1 – 4 Jahre: 1000 mg / Tag
4 – 10 Jahre: 1400 – 1600 mg / Tag
10 – 15 Jahre: 1700 – 1900 mg / Tag
ab 15 Jahre: 2000 mg / Tag

Kaliumgehalt einiger Lebensmittel:

Produkt ca. mg/100 gr
verzehrbarer Anteil
Aprikosen, getrocknet 1370
Haselnüsse 630
Grünkohl 490
Bambussprossen 470
Heilbutt 446
Champignons 418
Kartoffeln 411
Bananen 382
Erbsen, grün 340
Blumenkohl 311
Bohnen, grün 243


Erklärungen:
Die Ursachen für einen Kaliummangel sind vielfältig: Arzneimittel (z.B. Entwässerungs-, Abführmittel), Magnesiummangel, unzureichende Zufuhr, chronischer Alkoholkonsum, übermäßige Kochsalzzufuhr (kochsalzreiche Nahrung fördert demgegenüber die Ausscheidung von Kalium [zu 90% über die Nieren]), Nierenerkrankungen, Cushing-Syndrom, Durchfall, Erbrechen, Magen-Darm-Erkrankungen, ...
Folgeerscheinungen eines Kaliummangels können sein: Herzrhythmusstörungen, Muskelschwäche, Müdigkeit, Reizbarkeit, subjektive Mißempfindungen, Überempfindlichkeit bei Digitales-haltigen Herzmitteln, Obstipation, Magenatonie, gestörte Glucosetoleranz, ...
Über 90% des Kaliums wird in den oberen Dünndarm resorbiert, wobei Kaliumcitrat besser verträglich ist als Kaliumchlorid.
Gefahr von zuviel Kalium: bei Einnahme von ACE-Hemmern, kaliumsparenden Diuretika, nichtsteroidalen Antirheumatika, Aldosteronantagonisten.

Besondere Hinweise:
Eine Überdosierung an Kalium ist bei gesunden Nieren unschädlich, da das überschüssige Kalium innerhalb kurzer Zeit ausgeschieden wird. Bei einer Schwächung der Nebennierenrinde kann der Kaliumspiegel jedoch stark ansteigen. Dies führt zu Störungen in der Muskel-, Nerven- und Herzkreislauffunktion. Symptome einer Kaliumvergiftung können sein: Ohrensausen, Verwirrtheit, Halluzinationen und Fehlempfindungen (z. B. Kribbeln).


Kupfer


Beschreibung:
Kupfer liegt im menschlichen Körper an Proteine gebunden vor.

Vorkommen:
In Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen und Fisch ist sehr viel Kupfer enthalten.

Wirkung:
Die kupferhaltigen Proteine im menschlichen Körper sind häufig Bausteine von Oxidoreduktasen und besitzen antioxidative Funktionen. So ist Kupfer auch am Aufbau des Hämoglobins, am Neurotransmitter-, Energie- und Eisenstoffwechsel sowie an der Kollagensynthese beteiligt. Außerdem wirkt Kupfer an der Pigmentierung der Haare und der Haut mit (Melanin-Bildung).

Anwendung:
Auf eine ausreichende Kupferzufuhr ist zu achten, da bei Kupfermangel der Aufbau des Hämoglobins und die Pigmentierung der Haut gestört sind. Der Kupferbedarf kann über die Nahrungsaufnahme gedeckt werden. Dabei ist auf eine vielseitige Ernährung zu achten.


Ursachen für einen Kupfermangel:

Arzneimittel: z.B. Antazida
hohe Eisen- und Zink-Aufnahme
Resorptionsstörungen: z.B. Diarrhoe, CED (chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen), Zöliakie
parenterale Ernährung
Folgen eines Kupfermangels:
gestörte Haut- und Haar-Pigmentation
gestörter Knochen- und Knorpelaufbau
Knochenfrakturen
Wachstumsstörungen
Gefäßrupturen, Aneurysmen
Infektanfälligkeit
neurologische Störungen
Dyslipoproteinämie
hypochrome mikrozytäre Anämie
Besondere Hinweise:
Da Milch nur sehr wenig Kupfer enthält, bewirkt eine einseitige Milchkost einen Mangel an Kupfer. Säuglinge haben in den ersten Lebensmonaten einen ausreichenden Kupfervorrat in der Leber gespeichert. Später muß jedoch auf eine ausreichende Kupferversorgung geachtet werden. Säurehaltige Speisen sollten nicht in Kupfergeschirr aufbewahrt werden, da giftige Kupferverbindungen entstehen können. Vitamin C wird durch Kupferionen zerstört.

Bedarf:
Die tägliche Zufuhr an Kupfer sollte bei 1,5 bis 3 mg liegen.
Der Bedarf wird im allgemeinen durch eine gemischte Kost gedeckt.

Literatur:
Cornelia A. Schlieper "Grundfragen der Ernährung" ; Verlag Dr. Felix Büchner.



Magnesium


Beschreibung:
Das Magnesium des menschlichen Körpers befindet sich im Gewebe und in den Körperflüssigkeiten. Etwa die Hälfte des Magnesiumbestandes (Gesamtbestand ca. 30 g) ist in den Knochen eingelagert. In den Muskelzellen und im Blut liegt dieser Mineralstoff als Mg2 -Ion vor, der größere Anteil ist allerdings an Enzyme und ATP gebunden. Die Magnesiumaufnahme erfolgt überwiegend im oberen Abschnitt des Dünndarms und wird durch Schilddrüsenhormone und Vitamin D gesteigert.

Vorkommen:
Vollkornprodukte, Kartoffeln, Milch, Milchprodukte, Geflügel, Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchte, Nüsse und Bananen

Wirkung:
Baustoff für Knochen und Zähne. Steuert Muskel- und Nervenfunktionen. Ist am Aufbau von Enzymen beteiligt, die den Energiestoffwechsel regeln und aktiviert bestimmte Enzyme des Energiestoffwechsels.
In Deutschland sind wir mit Magnesium unterversort. Das liegt daran, daß die Böden magnesiumarm und die angebotenen Lebensmittel meist hochverarbeitet sind.

Anwendung:
Anwendungsgebiet: Magnesiummangel

Symptome des Magnesiummangels:

Muskelkrämpfe – insbesondere nächtliche Wadenkrämpfe, Muskel- und Augenliedzucken
Herzbeschwerden bis hin zu Herzrhythmusstörungen, sowie erhöhter Blutdruck
Schwindel, Kopfschmerz, Migräne
Kribbeln oder Taubheit in den Gliedmaßen
Nervosität, Unruhe, Konzentrationsstörungen, Niedergeschlagenheit, Irritierbarkeit, Streßempfindlichkeit
Schlafstörungen
schlechte Nahrungsausnutzung, Wachstumsstörungen
niedrige Körpertemperatur
Verkalkung von Blutgefäßen und Nieren.
intrazelluläre Kaliumverluste
Erläuterungen:
Magnesium ist lebenswichtig! Es dient als Aktivator von mehr als 300 Enzymsystemen und wird für viele Stoffwechselprozesse benötigt. Das meiste Magnesium wird in den Knochen gespeichert.
Ein auftretender Magnesiummangel kann verschiedene Ursachen haben:
einseitige fett- und eiweißreiche Ernährung, einseitige Diäten, niedriger Magnesiumgehalt in der Nahrung (z.B. durch Bearbeitung und Zubereitung der Lebensmittel), eine zu hohe Natrium – und/oder Phosphatzufuhr (phosphathaltige Limonaden), verminderte Aufnahme durch den Körper (z.B. Magen- u. Darmerkrankungen), erhöhter Bedarf (z.B. Alter, Stress, Wachstum, Schwangerschaft, Stillzeit,
Leistungssport, ...), erhöhter Verlust (z.B. Durchfall, Erbrechen, starkes Schwitzen bei körperlicher Arbeit oder sportlicher Aktivität, ...), Einnahme bestimmter Arzneimittel (z.B. Abführmittel, bestimmte Herzmittel, Entwässerungstabletten, Glucocorticoide, Chemotherapeutika, Anti-Baby-Pille, ...) und Erkrankungen (z.B. Nieren-, Schilddrüsenerkrankungen, Diabetes mellitus, chronischer Alkoholgenuß), bei Aluminiumbelastung, sowie bei einem Mangel an den Vitaminen D, B1 und B6 oder auch parenteraler Ernährung.


Dosis:
Die Dosierung je nach Anwendungsgebiet liegt zwischen 300 und 800 mg/Tag.
Magnesium wird am besten resorbiert, wenn die Tagesdosis auf mehrere Einnahmen verteilt wird (am besten drei).
Organische Magnesiumverbindungen (z.B. Citrate, Aspartate, Orotate, ...) werden in der Regel besser resorbiert als anorganische Magnesiumverbindungen.

Nahrungsmittel mit hohem Magnesiumgehalt:

Produkt ca. mg/100 gr
Frischsubstanz
Sonnenblumenkerne 420
Weizenkeime 330
Sojabohnen 240
Bierhefe 230
Hafer 228
Naturreis 157
Vollkornbrot 92
Spinat

60
Mais 48
Bananen 36
Fleisch 12-33
Kartoffeln, Bohnen 25
Vollmilch u. Eier 12

Besondere Hinweise:
Bei Herzinfarktpatienten wurde gehäuft ein Magnesiummangel festgestellt. 



Mangan

Beschreibung:
Mangan ist im menschlichen Skelett in relativ hohen Konzentrationen gespeichert.

Vorkommen:
Pflanzliche Lebensmittel (Nüsse, Vollkorn, Hülsenfrüchte, grünes Gemüse, Soja-Bohnen, Bananen) enthalten im Gegensatz zu tierischen Produkten viel Mangan.

Wirkung:
Mangan aktiviert bestimmte Enzyme. Es ist wichtig für den Knorpel- und Knochenaufbau, den Kohlenhydratstoffwechsel, den Harnstoffcyclus und unterstützt die Sexualhormonproduktion. Außerdem steigert es die Verwertbarkeit von Thiamin und besitzt eine antioxidative Funktion.

Anwendung:
Manganmangel führt zu einer Herabsetzung der Enzymaktivität, wurde aber beim Menschen kaum beobachtet.

Besondere Hinweise:
Manganvergiftungen wurden bisher nur bei Minenarbeitern beobachtet, die über längere Zeiträume von Manganstaub umgeben waren. Die Vergiftungen äußerten sich in schweren psychischen Störungen.

Bedarf:
Der Manganbedarf von 2 bis 5 mg täglich wird durch Verzehr ausreichend gemischter Kost ausreichend gedeckt.

Ursachen für einen Manganmangel:

Alkoholabusus
hoher Konsum einfacher, raffinierter Kohlenhydrate
hohe Eisen- und Zink-Aufnahme
langfristige parenterale Ernährung
Folgen eines Manganmangels:

gestörter Fett- u. Kohlenhydratstoffwechsel
gestörter Knochen- und Knorpelaufbau
Wachstumsstörungen
Anfälligkeit für oxidative Schäden

Literatur:
Cornelia A. Schlieper "Grundfragen der Ernährung" ; Verlag Dr. Felix Büchner



Natrium

Beschreibung:
Die Aufnahme des Natriums findet hauptsächlich im Darm statt. Mit dem Harn werden 90 bis 95 Prozent des aufgenommenen Natriums ausgeschieden. Mit dem Kot, der Tränenflüssigkeit, dem Nasenschleim und dem Speichel werden zusätzlich geringe Mengen an Natrium ausgeschieden. Der Natriumhaushalt wird über Hormone der Nebennierenrinde gesteuert. Mangelnde Natriumausscheidung kann beispielsweise auftreten bei Verletzungen, Angstzuständen und verschiedenen ödematösen Krankheiten. Der größte Teil des Natriums wird in der Form von NaCl (Kochsalz) über die Nahrung aufgenommen.

Vorkommen:
Der Natriumgehalt in der Nahrung ist großen Schwankungen unterworfen. Obst und Gemüse enthalten wenig Natrium und sind daher besonders für eine kochsalzarme Ernährung geeignet. In konservierten Fleisch- und Wurstwaren, Räucherfisch, bestimmten Käsesorten, Sojasoße, Ketchup, Senf, Fertiggerichten, Fertigsaucen, Brühwürfeln, schwarzen Oliven und Salzstangen ist sehr viel Kochsalz enthalten.

Wirkung:
Durch das Natrium wird der Wasserhaushalt (Speicherung des Wassers), der osmotische Druck, der Säure-Base-Haushalt und die Muskel- und Nervenerregung im Körper reguliert. Einige Enzyme werden durch das Natrium aktiviert. Zusammen mit Kalium ermöglicht das Natrium die Muskelbewegung und die Schmerzempfindung.

Anwendung:
Natriummangel und Natriumüberschuß können der Gesundheit schaden. Ein Natriummangel kann durch eine Schwächung der Nebennieren durch Schwitzen (sportliche Betätigung, Aufenthalt in Gegenden mit ungewohnt heißen Temperaturen), Durchfall, harntreibende Mittel und starkes Erbrechen, zustande kommen. Symptome des Mangels an Natrium sind: Teilnahms- und Antriebslosigkeit, Verwirrtheit, Bewußtlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, fehlender Durst und Appetit, niedriger Blutdruck, Kollapsneigung, erhöhte Herzfrequenz, verminderte Harnausscheidung, Ermüdbarkeit und Muskelkrämpfe.

Besondere Hinweise:
Natriummangel und Natriumüberschuß können der Gesundheit schaden. Die in der Rubrik "Anwendung" genannten Symptome müssen nicht Anzeichen für einen Natriummangel sein, vielmehr ist dieser sehr selten. Bei der heutigen Ernährungsweise wird eher zuviel Natrium eingenommen. Die maximale Tagesdosis liegt bei 6 Gramm. Eine Kochsalzreduzierung in der Nahrung kann bei der Bekämpfung von Bluthochdruck helfen. Bei Gewebswassersucht, Leberverhärtung, Eiweißmangel, Herzmuskelschwäche und Kortisonbehandlungen ist ebenfalls eine kochsalzarme Kost zu empfehlen.

Bedarf:
Deckung der empfohlenen Zufuhr für Natrium bei <1500 kcal/Tag.
Empfehlungen (pro Tag):
<4 Monate: 130mg
>4 Monate<1 Jahr: 180mg
>1 <4 Jahre: 300mg
>4<10 Jahre: 410-460mg
>10 <13 Jahre: 510mg
>13 <15 Jahre: 550mg
>15 Jahre: 800mg
>19 Jahre: (Männer) 350mg, (Frauen) 300mg
Schwangere: 300mg
Stillende: 37mg


Literatur:
Heinz Scholz "Mineralstoffe und Spurenelemente" ; Hippokrates Verlag GMBH
Cornelia A. Schlieper "Grundfragen der Ernährung" ; Verlag Dr. Felix Büchner


Phosphor


Beschreibung:
Phosphor ist Bestandteil von Knochen und Zähnen, Enzymen und anderen organischen Verbindungen. 85% bis 90% des im menschlichen Organismus enthaltenen Phosphors ist im Skelett (gebunden an Calcium) gespeichert. Etwa 10% befinden sich in den sonstigen Geweben und nur ein kleiner Teil im Blut. Die zu den Phosphatiden zählenden Lecithine kommen in der Hirnsubstanz, im Rückenmark, in der Nervensubstanz, im Herz, in der Leber und in den roten Blutkörperchen vor.

Vorkommen:
Lecithine kommen vor in: Eidotter, Hefen, Pflanzensamen, Getreidekeimen, Vollkornprodukten, Sojamehl.

Wirkung:
Organische Phosphatverbindungen sind wichtige Energieüberträger. Außerdem wirken sie bei der Regulierung des Säure-Base-Haushaltes mit. Die zu den Phosphatiden zählenden Lecithine sind wichtig für den Aufbau von Zellmembranen. Außerdem sind sie am Kohlenhydrat-, Fett- und Eiweißstoffwechsel, sowie am Nervenstoffwechsel beteiligt.

Anwendung:
Lecithinpräparate werden eingesetzt bei: Leber- und Gallenerkrankungen, erhöhten Blutfettwerten und nachlassender Gedächtniskraft.
Anwendungsgebiete des Lecithinum ex soja sind: Leichtere Fettstoffwechselstörungen, insbesondere Hypercholesterinämien (Vermehrung des Cholesteringehalts im Blut), sofern diätetische Maßnahmen allein nicht ausreichen.


Besondere Hinweise:
Die Aufnahme des Phosphats wird durch aktives Vitamin D und Parathormon gefördert. Aluminium, Eisen, Calcium und Phytinsäure verschlechtern die Aufnahme des Phosphors. Nichtresorbiertes Phosphat wird über den Urin und den Stuhl ausgeschieden. Die Ausscheidung über die Niere wird durch das Parathormon, Östrogen und Thyroxin gesteigert, und durch Insulin, Wachstumshormon und Cortisol vermindert.
Calcium und Phosphor sollten im Verhältnis von 1:1 in der Nahrung enthalten sein.


Bedarf:
Deckung der empfohlenen Mineralstoffzufuhr für Phosphat bei mehr als 2000 kcal / Tag.
Empfehlungen (pro Tag):
<4 Monate: 250 mg
>4 Monate <1 Jahr: 500 mg
>1 <7 Jahre: 800 - 1000 mg
>7 <15 Jahre: 1200 - 1500 mg
>15 <51 Jahre: 1600 - 1400 mg
>51 Jahre: 1200 mg
Schwangere: 1600 mg
Stillende: 1700 mg

Literatur:
Bundesanzeiger; Heinz Scholz, "Mineralstoffe und Spurenelemente", Hippokrates Verlag GmbH; Cornelia A. Schlieper, "Grundfragen der Ernährung", Verlag Dr. Felix Büchner.


Selen


Beschreibung:
Selen ist für den menschlichen Körper bei zu hoher Dosis giftig, wird jedoch in geringen Mengen gebraucht. Das Selen, dessen Gesamtbestand im Körper zwischen 10 und 15 µg liegt, befindet sich zum großen Teil in den Nieren (Nierenrinde), im Drüsengewebe (Bauchspeicheldrüse, Hypophysenvorderlappen) und in der Leber. Die Thrombozyten (Blutplättchen) zählen zu den selenreichsten Körperbestandteilen.

Vorkommen:
Selen ist in folgenden Lebensmitteln enthalten: Niere, Leber, Käse, Getreideprodukten, Kürbis und Hühnerei;
Selenreich sind Fleisch, Getreide (Wobei das Getreide aus Europa auf Grund der Seelenarmen Böden, wenig seelenreich ist) , Ölsaaten und Hülsenfrüchte.

Wirkung:
Zusammen mit Vitamin E und schwefelhaltigen Aminosäuren zerstört Selen freie Radikale. Selen wird eine anticancerogene Wirkung zugesprochen. Die Eigenschaften des Selens als Prophylaxe bei Herzinfarkt, Krebs und Störungen des Immunsystems ist noch nicht ausreichend erforscht.

Anwendung:
Selenmangelerscheinungen sind Herzrhythmusstörungen, Störung von Muskelfunktionen und eine vermehrte Bildung von Pigmentablagerungen im Alter.

Besondere Hinweise:
Der tägliche Selenbedarf hängt ab vom Selenbestand im Körper, von der zugeführten Selenverbindung, von der Nahrungszusammensetzung (Beeinflussung der Resorption) und den Wechselwirkungen mit anderen Spurenelementen. Die Aufnahme von mehr als 3000 µg Selen pro Tag kann zu einer Leberzirrhose, Haarausfall (Schädigung der Haarfollikelzellen) und Herzmuskelschwäche führen. Für Arbeiter in der Farben-, Glas- und Elektronikindustrie ist die Gefahr einer Vergiftung erhöht.
Tagesbedarf: 20 - 100 Mikrogramm

Erläuterungen:
Grundsätzlich kann der Gehalt von Selen in den Lebensmitteln unterschiedlich sein, es kommt ganz auf die Beschaffenheit des Bodens an. In Deutschland angebaute Nahrungsmittel enthalten im Vergleich zu anderen Ländern sehr wenig Selen. Praktisch könnte man Pflanzen Selen in einer Blattdüngung zuführen, diesen Schritt hat allerdings erst Finnland getan, dessen Böden noch weniger Selen aufweisen als die unsrigen.

Bei einer Untersuchung von Brotgetreide wurde 1988 und 1989 (Bundesanstalt für Getreide-, Kartoffel- und Fettforschung in Detmold) der Selengehalt mit ca. 20 Mikrogramm pro Kilogramm ermittelt. Die Mehlart (Vollkorn oder Weissmehl) spielt hierbei keine Rolle. Auch beim Kochen und Backen ändert sich der Selengehalt kaum. Brote, die Ölsaaten, wie etwa Sonnenblumenkörner enthalten, weisen hingegen mehr als doppelt soviel Selen auf. Der Grund hierfür ist, daß die Ölsaaten meist aus USA stammen, deren Böden höhere Selenwerte aufweisen. (Der Selengehalt amerikanischen Weizens ist mehr als 10 mal so hoch, als der in der Bundesrepublik, kanadischer sogar 50 mal (!!!) so hoch). Über Brot aus deutschem Lande kann also der Bedarf an Selen nicht gedeckt werden. Ähnlich ungünstig ist die Versorgung bei Obst und Gemüse, der Selengehalt entspricht ungefähr dem von Getreide. Selen wirkt als wasserlösliches Antioxidans und muß täglich neu aufgenommen werden. Selen unterstützt die Wirkung des fettlöslichen Vitamins E.

Nahrungsquellen mit hohem Selengehalt:
Andere Selenquellen sind vor allem Fische und andere Meerestiere, sowie Fleisch, hier besonders Innereien und Eier.

Wer sich also vorwiegend vegetarisch ernährt, sollte den geringen Selengehalt in den heimischen Acker- und Gartenfrüchten beachten.

Eine gute Ergänzung: reichlich Nüsse, Ölsaaten und Hülsenfrüchte essen. Produkten aus den USA sollte man hierbei aufgrund des hohen Selengehalts der Böden den Vorzug geben.

Dosis:
Die tägliche Selenaufnahme liegt nach Ermittlungen der DEG (Deutschen Gesellschaft für Ernährung) bei ca. 40 µg Frauen und 50 µg bei Männer.
Die Empfehlung der Wissenschaftler, die die Wirkung von Selen zur Krebsverhütung erforschen, liegen noch viel höher: bei 250-300 µg.
Ab einer Menge von 500 µg kann Selen sehr giftig sein (! Vorsicht bei Verwendung von Multivitaminpräparaten im Megadosis-Bereich).

Wirksamkeit:
Selen hat antioxidative Eigenschaften und ist für die Abwehr aggressiver Verbindungen im Körper zwingend erforderlich; auch wirkt es positiv bei Schwermetallbelastungen.
Ein Seleno-Protein wurde in den Kernen der Spermien lokalisiert. Erste Ergebnisse lassen vermuten, daß es bei der, während der Reifung der Spermatozoen in den Kernen stattfindenden Verdichtung der Erbsubstanz, eine Rolle spielt. Damit hätte Selen eine weitere sehr wichtige biologische Funktion bei der Fortpflanzung und Weitergabe der Erbinformation.

Eine Statistik bezüglich Herzinfarkt und Selen:

Finnland 25 µg Selen pro Tag Von 100000 Menschen im Alter von
55 - 65 Jahren:
1009 Herzinfarkt Tote
USA 61 µg Selen pro Tag bei 100000 Menschen:
870 Herzinfarkt Tote
Kanada 68 µg Selen pro Tag bei 100000 Menschen:
722 Herzinfarkt Tote
Bulgarien! auf Grund der Bodenverhältnisse:
108 µg Selen pro Tag bei 100000 Menschen:
es sterben nur noch 331 an Herzinfarkt
(Informationen Selen/Herzinfarkt aus dem Buch Bioselen von Hademar Bankhofer, erschienen im Ullstein Verlag)

Ursachen für einen Selenmangel:
regelmäßiger Alkoholkonsum, Ernährung (parenterale Ernährung, Eiweisreduzierte Kost), Arzneimittel (z.B. Diuretika, Laxanzienabusus, ...), Dialyse, Krankheiten wie Krebs, AIDS, Rheuma, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (=CED), oxidativer Streß (Rauchen, Leistungssport, Umweltchemikalien, ...), Aufnahmestörungen (Mukoviszidose, CED, Pankreatitis), Trauma, Verbrennungen, ...

Folgen eines Selenmangels:
steigende Infektanfälligkeit und höheres Krebsrisiko, sinkende Immunfunktionen, Muskelschwäche, Osteoarthritis (Kashin-Beck-Krankheit), Kardiomyopathie (Keshan-Krankheit), ...

Anwendungsgebiete für Selen:
koronare Herzkrankheiten, Bluthochdruck, Immunschwäche, Krebs, Lymphödem, Rheuma, Alzheimer, Parkinson, Epilepsie, Multiple Sklerose, Mukoviszidose, Dialyse, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, akute Pankreatitis, Schwermetallbelastung (z.B. Amalgam-Sanierung), ...



Silizium


Beschreibung:
Silizium ist das Element, das am zweithäufigsten auf der Erde auftritt (nach Sauerstoff). Es liegt in den Pflanzen häufig an Pektin und Stärke gebunden vor. Die einzelnen organischen Verbindungen werden im Verdauungstrakt aufgebrochen. Die resorbierte Form des Siliziums ist das Silikation. Silizium wird sehr schlecht resorbiert. Das Spurenelement ist verantwortlich für das Wachstum von Knochen und Bindegewebe. Daher befindet es sich auch größtenteils in den aktiven Wachstumszonen der Knochen. Silizium fördert auch die Aufnahme von Kalzium aus der Nahrung.

Vorkommen:
Der Bedarf an Silizium wird sehr leicht gedeckt, da sehr viel Silizium in Kartoffeln, Mineralwasser, Hirse, Gerste, Hafer und Pektin enthalten ist.
Wirkung: Die Festigkeit und Elastizität der Gelenkknorpel und des Bindegewebes bewirkt Silizium durch sogenannte Verstrebungen zwischen den Eiweißmolekülen.

Anwendung:
Nahrungsmittel mit einem hohen Siliziumgehalt oder Teeaufgüsse bestimmter Pflanzen, sowie pulverisierte Kieselerde wird bei unterschiedlichsten Beschwerden eingesetzt. Diese Präparate kann man innerlich oder äußerlich anwenden bei Haarausfall, brüchigen Nägeln, Bindegewebsschwäche, Hauterkrankungen wie Pickel, Sonnenbrand, usw., aber auch gegen Zahnfleischbluten, Mundentzündungen und Lungen- bzw. Atemwegserkrankungen.
Folgen von Mangelerscheinungen sind: Hautjucken, Haarausfall, Eingeweidebrüche, Bandscheibenbeschwerden, Bänderschwäche und eine geschwächte Abwehr.

Besondere Hinweise:
Auch bei längerer Einnahme größerer Mengen Kieselerde sind keine Nebenwirkungen zu fürchten.
Aber eine längere Aufnahme silikogener Feinstäube führt zur Lungenfibrose, die Atemnot, Husten und Blausucht nach sich ziehen kann. Gefährdet sind hier hauptsächlich Arbeiter im Bergbau und in der Stein-, Kies-, Sand- und keramischen Industrie.
Die entstandene Silikose ist meldepflichtig.

Bedarf:
Tagesbedarf: 20 - 30 mg

Literatur:
Heinz Scholz, "Mineralstoffe und Spurenelemente", Hippokrates Verlag GmbH.


Zink


Beschreibung:
Zink kommt in nennenswerten Mengen vor in der Iris und der Retina des Auges, in den Langerhansschen Inseln, den Knochen, der Leber und den Haaren. In den Erythrozyten des Blutes (Rote Blutkörperchen) ist eine geringe Menge Zink gespeichert.

Vorkommen:
Aus tierischen Produkten kann Zink besser verwertet werden als aus pflanzlichen Lebensmitteln. Viel Zink ist in Fleisch, Schalentieren, Fisch, Vollkorn (Verluste beim Ausmahlen) und Gemüse sowie Milchprodukten enthalten.

Wirkung:
Zink stimuliert das Immunsystem und wirkt antiviral. Ist an der Bildung von Keratin beteiligt, das wir für Haut, Haare und Nägel brauchen.
Zink-Ionen sind Bestandteil verschiedener Enzyme und Hormone und wirken als Enzymaktivator bei der Insulinproduktion und Speicherung, im Immunsystem, bei der Proteinsynthese ,sowie beim Hormon-, Protein-, Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel.

Anwendung:
Symptome eines Zinkmangels sind Appetitlosigkeit, Antriebslosigkeit, erhöhte Infektionsgefahr und verzögerte oder schlechte Wundheilung, Entzündungen der Haut ,sowie trockene, schuppige Haut, brüchige Nägel bis hin zu Haarausfall. Der Mangel kann durch die Ernährung mit zinkreichen Lebensmitteln gedeckt werden. Der höhere Bedarf in der Stillzeit wird durch eine erhöhte Resorption von Zink aus der Nahrung ausgeglichen.

Besondere Hinweise:

Eine überhöhte Zinkaufnahme kann zu Eisen- und Kupfermangel führen.
Lebensmittel dürfen nicht in verzinkten Gefäßen aufbewahrt oder zubereitet werden, da giftige Zinksalze entstehen können, die eine akute Vergiftung hervorrufen können. Eine weitere Folge ist die chronische Anämie.
Beim Ausmahlen von Getreide muß mit hohen Zinkverlusten gerechnet werden.
Der Komplex aus Histidin und Cystein beeinflußt die Resorption von Zink positiv.
Verschlechtert wird die Resorption von Phytat und Phosphat.

Dosis:
Die tägliche Zinkaufnahme sollte bei erhöhtem Bedarf (Wachstum, im Alter, Schwangerschaft, Stillzeit, ...) zwischen 5 und 25 mg und bei der Mangelerscheinungen und Therapie (Hautkrankheiten, Haarausfall, Erkältungen, HIV-Infektion, ...) zwischen 15 und 60 mg liegen.

Überdosierung:
Mineralstoffwechselstörungen, Störungen der Leberfunktion

Wirksamkeit:
Zink ist ein wichtiger Bestandteil vieler Enzyme und Zinkmangel schwächt das Immunsystem. Zink ist für den Zellenbau mitverantwortlich. Bei einer Infektion ist Zink hauptverantwortlich, daß bei einer Infektion innerhalb kürzester Zeit Millionen weißer Blutkörperchen neu entstehen können. Ohne Zink würde die Zellteilung gebremst. Dies führt dann unweigerlich zu einem schlechten Immunstatus. Zinkmangel kann bei Männern zu verschlechterter Fortpflanzungsleistung (Libido) führen. Zink ist Bestandteil des männlichen Samens, es erhöht die Produktion des Hormons Testosteron in den Leyding-Zellen der Hoden und baut es zu seiner aktiven Form um. Bei Jugendlichen kann es sein, daß sich durch einen Mangel die Sexualorgane nicht richtig entwickeln, das Wachstum gestört wird, die Periode verspätet einsetzt oder die Lust auf Nahrungsaufnahme gestört wird (evt. eine Vorstufe der Magersucht bei Jugendlichen).

Zusammenwirkung mit anderen Vitalstoffen:
Zink wirkt eng mit Beta-Karotin zusammen, es begünstigt die Aufnahme dieses Vitamins in der Leber. Vitamin B6 (Phyridoxin) und Zink ergänzen sich in ihrer Immunstärkenden Wirkung.

Beeinträchtigung der Bioverfügbarkeit:
Organische Zinkverbindungen wie Aspartate, Orotate, Bis-Histidin, besitzen im Vergleich zu anorganischen Verbindungen eine deutlich höhere Bioverfügbarkeit!
Zink ist in pflanzlichen Produkten (Roggen und Weizen) an Pytinsäure gebunden und kann somit schlecht resorbiert werden. Beim Kauf von Brot sollte man Sauerteigbrot aus Roggen vorziehen. Bei dieser Teiggärung wird Pytinsäure abgebaut und das darin enthaltene Zink wird verfügbar.

Erläuterungen:
Zinkmangel ist in der deutschen Bevölkerung weit verbreitet. Insbesondere Senioren und Typ-I-Diabetiker sind häufig mit Zink unterversorgt. Neben einer erblich bedingten Aufnahmestörung gibt es weitere Gründe für einen Zinkmangel wie chronische (z.B. Morbus Crohn, chronische Infektionen), entzündliche (z.B. Rheuma) und akute Erkrankungen (z.B. Diarrhöe), operative Eingriffe und Schwangerschaft. Insbesondere aber auch die Eßgewohnheiten (rein vegetarische oder parenterale Ernährung), sowie häufiger Alkoholkonsum, Rauchen und einige Arzneimittel (z.B. Antazida, Diuretika, Glucocorticoide)können für einen Zinkmangel verantwortlich sein.
Grundsätzlich kann der Gehalt von Zink in den Lebensmitteln unterschiedlich sein, es kommt ganz auf die Beschaffenheit des Bodens an. Insgesamt kann man sagen, daß die Böden in Deutschland sehr nährstoffarm sind. Der Zinkgehalt in den Lebensmitteln hängt auch stark davon ab, wie die pflanzlichen Rohstoffe von der Lebensmittelindustrie verarbeitet wurden. Oftmals werden diese chemisch behandelt, um Zink zu entfernen. Dadurch können sich in Weizenmehl keine Schädlinge einnisten. Tiefgefrorene Produkte, wie Erbsen, Brokoli, Spinat erhalten durch den Zinkentzug nach dem Kochen eine leuchtende Farbe. Dies wäre ohne Zinkentzug nicht möglich. Zink kann im Körper nicht gespeichert und muß täglich neu aufgenommen werden. Der Verlust bei der Nahrungsmittelzubereitung beträgt 10 - 35 %.


Nahrungsmittel mit hohem Zinkgehalt:

Produkt ca. mg/100 g Frischsubstanz
Austern 120
Rindfleisch 4,7
Hammel/Lammfleisch 4,8
Haferflocken 4,0
geschälte Erbsen 3,8
Eier 3,5
Käse 3,0
Bedarf:
Tagesbedarf 12 - 15 mg

Literatur:
Cornelia A. Schlieper "Grundfragen der Ernährung" ; Verlag Dr. Felix Büchner